Podcasts mit dem iRiver IFP-895
Podcasts können eine feine Sache sein. Besonders bei längeren Bahnfahrten bietet es sich an, einen MP3-Player mit reichlich frischem Content mitzunehmen. Ich benutze dazu meinen iRiver IFP-895.
Leider braucht man ein spezielles Programm, um den iRiver mit Musik oder Podcasts zu befüllen. Der Hersteller bietet zwar auch eine UMS-Firmware, die es ermöglicht, den Player als Wechselspeichermedium zu betreiben. Diese Firmware beschneidet aber die Aufnahmequalität und die Möglichkeit zur Titelsortierung. Ich bleibe daher lieber bei der Original-Firmware und nehme den etwas aufwändigen Datentransfer in Kauf. Da ich (Ubuntu-) Linux als Betriebssystem einsetze, bin ich darüberhinaus auf alternative Software angewiesen. iRiver stellt ja nur Programme für Windows- und Apple-Systeme bereit. Bewährt haben sich libifp4 und ifp-line-libifp4 (jeweils Pakete aus Ubuntu Breezy). Als grafisches Tool kommt bei mir ifp-gui zum Einsatz. (Infos zur IFP-Linux-Software)
iPod-Besitzer haben die besonders bequeme Möglichkeit, ihren MP3-Player automatisch mit den aktuellsten Episoden der abonnierten Podcasts befüllen zu lassen. Mit iTunes ist das recht problemlos zu erledigen.
Ich habe mir eine ähnliche Lösung auch für meinen iRiver unter Linux gewünscht und selbst etwas (quick and dirty) zusammengefrickelt.
Zum Einsatz kommen das Bashpodder-Skript (Herunterladen der Podcasts) und das Kommandozeilentool ifp-line (Übertragung zum iRiver-Player). Beides wird mit einem einfachen Bashskript verbunden. (Ich bin programmiertechnisch nicht gerade bewandert und dementsprechend simpel fällt meine Lösung auch aus.)
Installation
Damit meine Do-it-yourself-Lösung funktioniert benötigt es das Bashpodder-Skript (Datei 1, Datei 2). Am besten man erstellt ein Verzeichnis „Podcasts“ innerhalb des „Persönlichen Ordners“ (z.B. /home/user/Podcasts). Beide Dateien werden in dieses Verzeichnis verschoben und bashpodder.shell muss mit chmod +x bashpodder.shell ausführbar gemacht werden. Die Adressen der RSS-Feeds, die man abonnieren möchte, trägt man in eine Datei bp.conf im gleichen Verzeichnis ein.
gedit bp.conf
Beispielinhalt einer bp.conf:
http://www.scripting.com/rss.xmlhttp://www.curry.com/xml/rss.xml
http://www.schlaflosinmuenchen.net/rss
http://www.br-online.de/podcast/podparade/cast.xml
http://tellerrand.podhost.de/rss+all
Wenn Du bisher noch keinen Treiber für den iRiver installiert hast solltest Du das jetzt erledigen. Unter Ubuntu Breezy genügen zwei Befehle:
sudo apt-get install libifp4
sudo apt-get install ifp-line-libifp4
Jetzt fehlt nur noch mein Skript, das die beiden Elemente, bashpodder und ifp-line, miteinander verbindet. Verwende am besten diesen Link, um das Skript herunterzuladen und ebenfalls im Verzeichnis „Podcasts“ abzulegen. Zweckmäßig ist es, eine Verknüpfung zu der Datei anzulegen. Du kannst dann einfach per Mausklick das Skript starten. Achte dabei darauf, daß Du die Option „Im Terminal ausführen“ aktivierst! Mit chmod +x podcasts.sh musst Du die Datei noch ausführbar machen.
Es wird vorausgesetzt, daß auf dem iRiver-Player ein Verzeichnis „Podcasts“ vorhanden ist. Du kannst das z.B. mit dem Befehl ifp mkdir Podcasts erledigen.
Anwendung
Nach dem Start des Skriptes stehen mehrere Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung.
- Podcasts herunterladen
Es wird nach neuen Episoden von abonnierten Podcasts gesucht. Gespeichert werden die MP3-Dateien im Verzeichnis /home/user/Podcasts/JJJJ-MM-TT. - Podcasts wiedergeben
Wiedergabe der Podcasts im Verzeichnis /home/user/Podcasts/JJJJ-MM-TT mit XMMS (kann im Skript durch anderen Player ersetzt werden). - iRiver: Podcasts löschen
Löscht den Inhalt des Podcast-Ordners auf dem iRiver. - iRiver: Podcasts auf iRiver uebertragen
- Podcasts herunterladen und uebertragen
Kombination aus 1 und 4.
Die Auswahl erfolgt durch Eingabe der Zahl und ENTER.
Alle Funktionen kann man an das Skript auch direkt beim Aufruf als Option übergeben, z.B. ./podcasts.sh 1. Darüberhinaus gibt es mit ./podcasts.sh 666 die Möglicheit, ohne weitere Nachfragen (Vorsicht!) die Podcasts herunterzuladen, den iRiver zu leeren und dann die aktuellen Dateien zu übertragen. Voraussetzung dafür ist natürlich ein angeschlossener IFP.
Die hier vorgestellte Lösung ist recht primitiv, erfüllt aber ihren Zweck. Natürlich würde ich mich über Feedback freuen. Sollte es unter den Lesern den einen oder anderen Programmierer geben, der Zeit/Lust hat, eine etwas stylishere und komfortable Lösung zu entwerfen, wäre ich gerne bereit, Beta-Tester zu spielen.

